3/4 Kasten

* Zettelkasten = <<Kasten>Zettel< * Kastenzettel = <<Zettel>Kasten< * Ein Kasten ist die Lösung eines Problems, das als Ressource problemaitisert werden kann und somit in Rekombination als Element einer Ordnung (Lösung) in Frage kommt. 10.04.2017 #tweetupHH

3 Irritation

* Irritation ist Vorsichtsverhalten. * Dass Misstrauen gegen Menschenunvermögen die zivilisatorische Zuverlässigkeit steigern könnte ist fraglich. * Vorsicht ist Ausdruck von Vertrauen in die eigene Leistungs- und Zurechnungsfähigkeit * Die Undurchschaubarkeit von Kommunikation ist Lösung, nicht Problem. Vgl. Kusanowsky, Folge dem Führer? Vgl. 2/2b1 Irritation

2/8a Hochkultur

* Hochkulturen sind Gesellschaften mit moralisierter (und moralisierender) Religion. * Einheit der Welt wird als gutes Prinzip (guter Geist; guter Gott) im Unterschied zu schlecht begriffen. * Zuvor getrennte Semantiken des Geheimen, Heiligen und Überirdischen mit dem Moralcode dürften über Legitimationsbedürfnisse ausdifferenzierter Herrschaftssyteme und dadurch über schriftlich elaborierte Texte zusammengeschlossen worden sein. * Religion entwickelt […]

2/7d Massenmedium

* Massenmedien haben die Form Medium/Form durch Bereitstellen eines riesigen, aber gleichwohl eingeschränkten Bereiches von Möglichkeiten (Medium), aus dem die Kommunikation Formen auswählen kann, wenn sie sich temporär auf bestimmte Inhalte festlegt. * Nachrichten, Berichte, Werbung und Unterhaltung leisten hierzu auf verschiedene Weise Beiträge. Vgl. Luhmann, die Realität der Massenmedien, S.84 Vgl. 2/2c System der […]

2/7c2 Verbreitungsmedium

* Durch die Verwendung von Schrift wurden Zeit und Kultur neu geordnet, indem Konsistenzzumutungen durch Einführung von Unterscheidungen verringert wurden, die als Semantik tradiert werden, wodurch mit einer Kommunikation mehr Personen erreicht werden können, als die bei Beschränkung auf Sprache und Anwesenheit möglich war. Vgl. Luhmann, Gesellschaft der Gesellschaft, S. 268f. Vgl. 2/4c1 Semantik

2/7c1 Schriftgebrauch

* Schriftgebrauch setzt den doppelten Einsatz der Unterscheidung von Medium und Form voraus. * Erste Stufe: Schriftzeichen (mediales Substrat) – Text (Form) Zweite Stufe: Text (mediales Substrat) – Sinn (Form) * Eine anschließende Formbildung von Sinn/Verstehen basiert nicht mehr auf der Unterscheidung von Medium/Form (als soziologische Begrifflichkeit). Vgl. Luhmann, Gesellschaft der Gesellschaft, S. 260 Vgl. […]

2/7c Schriftmedium

* Durch Gebrauch des Schriftmediums wird Metakommunikation optional. Zwangsläufig läuft lediglich mit, dass Text geschrieben ist, um gelesen zu werden (schwache Form). * Soziale Erwartung des unmittelbaren Übergangs zu aktiver Teilnahme, zu Gegenäußerungen oder zur Mitteilung des Verstandenhabens entfällt. * Die Unterstellung des eigentlichen Sinns als Teilnahme an der Kommunikation (Metakommunikation) wird aufgegeben zugunsten der […]

2/7b1 Eigenheiten mündlicher Kommunikation

* Es ist nicht möglich, mündliche Kommunikation in schriftliche zu überführen. Sinn von mündlicher Kommunikation kann kommuniziert werden, aber nicht die Kommunikation des Sinnes. * Unerläßliche Momente mündlicher Präsentation: Gleichzeitiges Involviertsein von Redner und Hörer Gleichzeitige Inanspruchnahme mehrerer Wahrnehmungsmedien Interventionsmöglichkeit Identität des Erlebens eines strukturierten Ablaufes mit Beschleunigungen und Verlangsamungen, Pausen, Wartezeiten und Zeitpunkten, an […]

2/7b Medium mündlicher Kommunikation (Sprache)

* Durch Sprechen ist Sprache als Kommunikationsmedium an Systeme der Interaktion unter füreinander Anwesende gebunden. * Bei mündlicher Kommunikation ist Sozialität durch Identität dessen gesichert, was Redende und Hörende hören. * Zwangsläufiges Mitlaufen von Metakommunikation: Man kann nicht reden, ohne mitzuteilen, dass man redet und gehört und verstanden werden möchte. Vgl. Luhmann, Gesellschaft der Gesellschaft, […]

2/7a Wahrnehmungsmedien

* Bloße Wahrnehmungsmedien sind an die Gleichzeitigkeit des Wahrnehmens und des Wahrgenommenem gebunden, im Gegensatz zu beispielsweise schriftlichem Kommunikationsmedium. * Die operativ bedingte Gleichzeitigkeit kann auch dann nicht durchbrochen werden, wenn sich der Sinn (wie beim Hören) erst aus einer Sequenzierung ergibt. * Zukunftsbezug des Wahrnehmens hängt davon ab, dass die Umwelt durch Konstanten garantiert, […]

2/7 Medium und Form

* Medium ist die lose gekoppelte Seite der Form von Medium/Form. * Kommunikationsmedium bezeichnet die operative Verwendung der Unterscheidung von medialem Substrat und Form * Operativ anschlussfähig sind lediglich Formen, nicht mediales Substrat.Bsp.: Luft nicht hörbar Kommunikationssysteme prozessieren Kommunikation auf Grund zeitlicher und sachlicher asymmetrischer Form (Der Differenz) von Medium/Form Vgl. Luhmann, Gesellschaft der Gesellschaft, […]

2/6a Vernunft

* Die Bewusstseinsphilosophie hat das Defizit des Bewusstseins, die Welt nicht nach eigenen Wünschen wahrnehmbar machen zu können, also auch Wahrnehmungstäuschungen nicht entgehen zu können, obwohl man weiß, dass sie nicht dem entsprechen, was das Gesamtbewusstsein für Realität halten muss, erkannt. Hat es zugleich als Realitätsindex begriffen und seine Aufhebung in Vernunft verlangt. * Jedoch: […]

2/6 Kritik

* Kritik ist eine Seite der Unterscheidung der Form von Beurteilung, deren Schäche darin besteht, kein rationales Positives der Unterscheidung, also ein Konzept dafür, wie Änderungen, geschweige denn Anpassung an vorzuschlagende Änderungen auszusehen haben, anbieten kann. * Kritik wird eine Universalität des Selektionszwanges, eine Universalität des Unterscheidens und des Grenzen Ziehens entgegen gesetzt. Vgl. Luhmann, […]

2/5e Bewusstsein

* Organismen können, soweit ihre Lebensfähigkeit in einer Umwelt gesichert ist, mit Hilfe eines Nervensystems eine Selbstbeobachtung organisieren, die sich ausschließlich auf den Eigenzustand des Organismus bezieht. * Bewusstsein entwickelt sich auf dieser Realitätsbasis mit der umgekehrten Tendenz, primär zu beobachten, was es als Außenwelt sehen kann. * Bewusstsein ist mit erheblichen Anteilen seiner Aufmerksamkeit […]

2/5c Freiheit

* Freiheit beruht auf den kognitiven Bedingungen der Beobachtung und Beschreibung von Alternativen mit offener, entscheidbarer und deshalb unbekannter Zukunft. * Im determinierten Weltlauf wird Offentheit für andere Möglichkeiten hineinkonstruiert, wodurch sich psychische und soziale Systeme selbst zur Wahl befähigen, was ein rekursiv stabilisiertes Netzwerk von Redundanzen, also Gedächtnis, erfordert, welches von den Realitätskonstruktionen der […]

2/5a4 Kontinuität

* Die Strukturen, die Kommunikationen aus Kommunikationen hervorgehen lassen, bestehen aus Erwartungen, die die Variationsmöglichkeiten weiterer Kommunikationen einschränken. * Erwartungen erzeugen Kontinuität, weil sie die Möglichkeit der Enttäuschung immer schon beinhalten und dadurch den Umgang mit ihnen ermöglichen und strukturieren. Vgl. Luhmann, Wissenschaft der Gesellschaft, S. 136

2/5a3a Wirklichkeit

* Wirklichkeit hatte als das Nichtnegierbare schlechthin gegolten, jedoch produziert die Suche nach Notwendigem, wenn sie als Suche bobachtet werden kann, Kontingenzen. * Wirklichkeit gerät in den Verdacht, bloße Schöpfung, bloßer Schein, bloße Konstruktion zu sein. * Mit Funktionssystemen entstehen, auf sie bezogen, systemspezifische Unbestreitbarkeiten, etwa: Wirtschaftssystem – Knappheit Politisches Ssytem – Legitimität Rechtssytem – […]

2/5a1 Ontologie

* Lehre vom Seienden als solchem, einschließlich dessen Grundbestimmungen und allgemeinen Eigenschaften. (1) * Die Frage nach der Bedingung der Möglichkeit konnte als Hebel benutzt werden, ontologische Weltsicht und metaphysische Beschreibung zu entwurzeln, nachdem diese mit der Publikationsfähigkeit von Fiktionen möglich wurde. (2) (1)Vgl. Lexikon zur Soziologie, Ontologie, S. 485 (2)Vgl. Luhmann, Gesellschaft der Gesellschaft, […]

2/5a Welt

* Welt ist die Gesamtheit dessen, was für jedes System System- und Umwelt ist. * Welt ist operativ zugänglich, aber jede Operation des Kennenlernens und Kommunizierens ist für sich selbst unzugänglich. In der Welt kann beoabchtet werden, aber der Beobachter ist in dieser Operation das ausgeschlossene Dritte. * Sofern die Welt für jede Wahl einer […]

2/4l Vertrauen

* Vertrauen/Misstrauen tritt auf, wenn das Sich-Einlassen auf Situationen doppelter Kontingenz als besonders riskant empfunden wird, etwa wenn funktional äquivalente Sicherheitsstrategien (Recht/Organisationszwang) nicht zur Verfügung stehen. * Der Übergang von Misstrauen zu Vertrauen wird nur allmählich vollzogen und bleibt auf zusätzliche Stützen angewiesen. Vgl. Luhmann, Soziale Systeme, S. 179-182

2/4j schriftliche Kommunikation

* Schrift eignet sich nicht nur selbst zur Kommunikation, sondenr bietet auch die Möglichkeit mündliche Kommunikation in schriftlich fixierten Texten abzubilden. * Frühe Beispiele: Sprechen Toter zu den Lebenden in altägyptischen Grabinschriften; philosophische & literarische Form des Dialoges, der Vielheit von Perspektiven ohne Einigungszwang darstellen kann. * Schließlich entsteht die besondere literarische Form des Romans, […]

2/4i Organisation

* Organisation ist die Kontrolle und Regulation von Arbeit. * Sie regeln, innerhalb welcher Arbeitsteilung von wem zu welchen Zeitpunkten welche Arbeitsschritte zu vollziehen sind und sorgen dafür, dass Ergebnisse und Umstände der Arbeit auf eine Art und Weise dargestellt werden, die der Organisationsumwelt ermöglicht, damit einverstanden zu sein. Vgl. Baecker, Studien zur nächsten Gesellschaft, […]

2/4h1 Konsistenzprüfung

* Für den Fortgang der Operationen eines aktuellen (Bewusstseins-)systems ist nur der jeweilige Zustand eben dieses Systems bestimmend. * Gedächtnis ist denn auch nichts anderes, als die Konsistenzprüfung in der jeweils aktuellen Operation, also Aktualisierung ihres jeweils nutzbaren Verweisungszusammenhanges. Vgl. 2/4b4 Erwartungen Vgl. Luhmann, Wissenschaft der Gesellschaft, S. 31

2/4h Gedächtnis

* Wie Gesellschaft Erinnern und Vergessen reguliert, bzw. ständige selektive Re-Imprägnierung eigener Zustände vornimmt, ist bedingt durch die gesellschaftlich zur Verfügung stehenden Unterscheidungen zwischen Medium und Form (Kulturform). * Sprache – Inszenierung Schrift – Semantik Buchdruck – Entscheidungskalkül Fernsehen/Computer – Programmbereiche Vgl. Luhmann, Gesellschaft der Gesellschaft S. 270f. Vgl. 2/4c1 Semantik Vgl. für Entscheidungskalkül: Baecker, […]

2/4g Funktion von Massenmedien

* Die Funktion der Massenmedien liegt im Dirigieren der Selbstbeobachtung des Gesellschaftssystems. Es hat die Funktion des Systemgedächtnisses, das für alle weiteren Kommunikationen eine Hintergrundrealität bereitstellt, die ständig reimprägniert wird. * Sie ist Beobachtung, die die Bedingungen ihrer Möglichkeiten selbst erzeugt. Vgl. Luhmann, Die Realität der Massenmedien, S. 118f. Vgl. 2/4b3a3 Dirigieren durch Markierung

2/4f Ängste & Ansprüche

* Ängste und Ansprüche sind die doppelgleisige Form des Zurückwirkens der Modalisierung der Zeit auf Kommunikation. * Gegenwart kommt in der Zeit nicht vor und übernimmt stattdessen die Paradoxie einer Zeit, die keine ist, von der gesellschaftlichen Funktion der Omnipräsenz des alle Zeiten gleichzeitig beobachtenden Gottes. Vgl. Luhmann, Die Realität der Massenmedien, S. 103 Vgl. […]

2/4d Spiel

* Spiel ist eine Art von Realitätsverdopplung, bei der die als Spiel begriffene Realität ausgegliedert wird, ohne diese negieren zu müssen. * Spiele sind zeitlich begrenzte Episoden. Es geht nich um Übergänge in eine andere Lebensführung. Andere Chancen werden nicht aufgegeben, andere Belastungen werden nicht abgeworfen. * Spiel markiert sich in jedem Zug (Operation) als […]

2/4c1a1 Ideenevolution durch Semantik

* Semantiken können sich, vor allem bei Stimulierung durch eigene Probleme und Inkonsistenzen rascher ändern und Entwicklungsmöglichkeiten der Gesellschaft antezipieren oder einleiten. * Semantiken können obsolete Traditionen bewahren und historisch und sachlich angemessene Beschreibungen verhindern. * Die Differenz stimuliert Beobachtung und Beschreibung gesellschaftlicher Zustände. Die Unstimmigkeit wird in der gesellschaftlichen Evolution reproduziert. Vgl. Luhmann, Gesellschaft […]

2/4c1a Potenzialisierung

* Textliche Fixierung von Sinn härtet das, was einmal formuliert ist auch dann, wenn es abgelehnt oder nicht benutzt wird. * Während in mündlicher Kommunikation nur überlebt, was rasch beeindruckt, kann Schrift eine Entscheidung über Annahme/Ablehnung herauszögern, sozial diversivizieren und auch das festhalten, was nicht überzeugt. * Potenzialisierung = Möglichkeit des Meinens * Die Möglichkeit […]

2/4c1 Semantik

* Durch Schrift wird Semantik induziert, die der Reduktion der Unsicherheit bei Schriftgebrauch dient. * Durch Schriftgebrauch wird das Diskriminieren von Erinnern und Vergessen zur Sache von Entscheidungen, gewinnt damit Ereignishaftigkeit und bezieht sich darin, durch Rückgriff auf materielle Grundlagen in der Neurophysiologie oder im Substrat von Schrift, auf Texte, die als Kommunikation verwendet werden. […]

2/4c Worte

* Die Differenzierung von Worten und Sätzen löst das Problem der Unterspezifikation von Sprache durch die Möglichkeit zur Anpassung an vorübergehende Lagen durch flexible Kombinationsmöglichkeiten. * Die Möglichkeit des Anschlusses von Kommunikation an Kommunikation ergibt sich aus der Möglichkeit der Bestätigung oder des Widerrufens von vorübergehenden Sinnkonstruktionen. Vgl. Luhmann, Gesellschaft der Gesellschaft, S. 214 Vgl. […]

2/4b4 Erwartungen

* Strukturen, die Kommunikation aus Kommunikation hervorgehen lassen, müssen temporale Projektionen enthalten, die die Variationsmöglichkeiten weiterer Kommunikationen einschränken (Erwartungen). * Die Verwendug der Unterscheidung Erwartung/Enttäuschung erzeugt Kontinuität, weil in beiden Fällen erneut mit Erwartungen angeschlossen werden kann. Vgl. Luhmann, Wissenschaft der Gesellschaft, S. 136 Vgl. 2/5a4 Kontinuität Vgl. 2/4h1 Konsistenzprüfung

2/4b3b Sprachliche Täuschung, Irrtum und Missbrauch

* Irrtum, Täuschung sowie unabsichtlicher und absichtlicher Missbrauch der Zeichen sind als sprachliches Problem universal. * Codierung von Sprache ermöglicht das Bezweifeln, nicht-annehmen und Ablehnen von Mitgeteiltem, was als solches in den Kommunikationsprozess wiedereingebracht werden kann. Vgl. Luhmann, Gesellschaft der Gesellschaft, S. 225 Vgl. 2/6 Kritik