2/2g soziales System

* Von sozialem System kann man immer dann sprechen, wenn Handlungen mehrerer Personen sinnhaft aufeinander bezogen werden und dadurch in ihrem Zusammenhang abgrenzbar sind von einer nichtdazugehörigen Umwelt. * Soziale Systeme konstituieren sich durch Prozesse der Selbstselektion, sowohl Bildung als auch Erhaltung implizieren eine Reduktion des überhaupt möglichen. Vgl. Luhmann: Interaktion, Organisatrion, Gesellschaft, S. 10 […]

2/2f Öffentlichkeit / Irritation

* Öffentlichkeit ist die Reflexion jeder gesellschaftsinternen Systemgrenze. * Systemgrenzen können operativ nicht überschritten werden, was (durch) jedes beobachtende System reflektieren kann. Das System kann bei wiederholtem Anfallen spezifischer Irritationserfahrungen andere Systeme in der Umwelt voraussetzen, die dafür verantwortlich sind. Wenn es dagegen reflektiert, dass es von außen beobachtet wird, ohne dass feststeht wie und […]

2/2e Anpassung

* Es würde zu einer operativ nicht lösbaren Selbstüberforderung jedes Systems führen, wollte man erwarten, dass es sich allein über Kognition an die Umwelt anpassen müsste, alleine schon wegen fehlen der „requisitive variety“ (Ashby) des Systems in Bezug auf die Komplexität der Umwelt. * ausreichende Angepaßtheit muss immer schon gesichert sein. Vgl. Luhmann, Realität der […]

2/2d1 Beobachtung

* Beobachtung ist die Einheit der Differenz aus Unterscheiden und bezeichnen. * Beobachtung ist eine hochkomplexe Operation, die mit Hilfe einer Unterscheidung das, was sie beobachtet von dem abtrennt, was sie nicht beobachtet. * Was Beobachtung nicht beobachtet ist immer auch die Operation des Beobachten selbst. Vgl. 2/5 Beobachter Vgl. Luhmann, Realität der Massenmedien, S. […]

2/2c System der Massenmedien

* Die Erfindung von Verbreitungstechnologien war Voraussetzung für das wirksame ausschließen von Interaktion für eigene Kommunikationen, die damit die Form Selbstreferenz/Fremdreferenz ermöglichten. * Die Autopoiesis des Systems basiert auf dem Code Information/Nichtinformation Vgl. Luhmann, die Realität der Massenmedien, S. 26-28 Vgl. 2/4e Unterhaltung Vgl. 2/7d Massenmedium

2/2b1 Irritation

* Die Angepasstheit eines Systems an seine Umwelt schließt gelegentliche bis häufige, überraschende bis reguläre Irritationen nicht aus, sondern ein. * Irritationen werden von Ermöglichung unterschieden und bilden gemeinsam die Form struktureller Kopplung. * Irritation ist systemeigener Zustand. Vgl. Luhmann, Wissenschaft der Gesellschaft, S. 39f. Vgl. 2/2f Öffentlichkeit / Irritation Vgl. 3 Irritation

2/2b Strukturelle Kopplung

* Damit Systeme aus ihrer Umwelt Informationen ziehen können, müssen die parallellaufenden (analogen) Verhältnisse digitalisiert, das heißt in kontinuierliches Nacheinander umgestellt werden. * Systeme müssen interne Möglichkeitsüberschüsse erzeugen, um sich von Situation zu Situation auf systembildende Einschränkungen einlassen zu können. Matching von Unbestimmtheit mit Unbestimmtsein. Vgl. Luhmann, Gesellschaft der Gesellschaft, S. 101-102 Vgl. 3/3 Funktionale […]

2/2a Teilsystem / Funktionssystem

* Teilsysteme reproduzieren sich durch Ausrichtung auf Funktionen innerhalb des gesellschaftlichen Systems „Gesellschaft“, welches selbst keine Funktion hat. * Teilsysteme können nicht als Unterscheidbar im Sinne wechselseitigen Ausschließens gedacht werden. Alle Teilsysteme vollziehen jeweils und insgesamt Gesellschaft. Vgl. Luhmann, Gesellschaft der Gesellschaft, S. 90

2/2 System

* System ist als Beobachtung die Bezeichnung der Unterscheidung von System und Umwelt. * Der Systembegriff dient der Organisation des Zusammenhanges einer Vielzahl von Unterscheidungen im Sinne einer Generalisierung, die unter dem Vorbehalt induktiver Verfahrensweise steht. Vgl. Luhmann, Gesellschaft der Gesellschaft, S. 63