2/4b4 Erwartungen

* Strukturen, die Kommunikation aus Kommunikation hervorgehen lassen, müssen temporale Projektionen enthalten, die die Variationsmöglichkeiten weiterer Kommunikationen einschränken (Erwartungen). * Die Verwendug der Unterscheidung Erwartung/Enttäuschung erzeugt Kontinuität, weil in beiden Fällen erneut mit Erwartungen angeschlossen werden kann. Vgl. Luhmann, Wissenschaft der Gesellschaft, S. 136 Vgl. 2/5a4 Kontinuität Vgl. 2/4h1 Konsistenzprüfung

2/4b3b Sprachliche Täuschung, Irrtum und Missbrauch

* Irrtum, Täuschung sowie unabsichtlicher und absichtlicher Missbrauch der Zeichen sind als sprachliches Problem universal. * Codierung von Sprache ermöglicht das Bezweifeln, nicht-annehmen und Ablehnen von Mitgeteiltem, was als solches in den Kommunikationsprozess wiedereingebracht werden kann. Vgl. Luhmann, Gesellschaft der Gesellschaft, S. 225 Vgl. 2/6 Kritik

2/4b3a4 Moral

* Moral löst das Problem, dass es keine der Verneinbarkeit entziehbare Begründung gibt durch Überstülpen ihrer Form gut/schlecht auf Kommunikation. * Moral operiert unter dem Verbot der Selbstexemption. Das Problem der moralischen Nichtbegründbarkeit der Anwendung von Moral auf Moral lässt sich durch Verschieben auf inkommunikable Geheimnisse der Religion lösen. Vgl. Luhmann, Gesellschaft der Gesellschaft, S. […]

2/4b3a3 Dirigieren durch Markierung

* Die Aussicht auf Ja/Nein Bifurkation lässt sich durch Markierung derjenigen Komponenten einer Kommunikation dirigieren, bei denen man Informationswert und Widerspruchsmöglichkeit antezipiert bei mit-Kommunikation unmarkierter Formen. Bsp.: Häufig bei Werteinstellungen. Vgl. Luhmann, Gesellschaft der Gesellschaft, S. 228 Vgl. 2/4g Funktion Massenmedien

2/4b3a Codierung von Sprache

* Die Annahme der Strukturierung von Kommunikation durch Autopoiesis ermöglicht eine Radikalisierung zu einer einfachen, binären, Ja/Nein Codierung, wonach Sprache für alles, was gesagt wird eine positive und eine negative Fassung zur Verfügung stellt. * Codierung setzt negationsfeste Identitäten voraus, die losgelöst sind von bloßer Wiedererkennbarkeit für Wahrnehmung und ihr Gedächtnis, weil nur so das […]

2/4b3 Autopoiesis von Sprache

* Sprachliche Kommunikation schafft sich ihr eigenes mediales Substrat in Form eines Wortbestandes, welcher durch Kopplung / Entkopplung zu Sätzen bezugsfähig werden kann. Vgl. 2/4c * Sätze bilden eine emergente Ebene der kommunikativen Konstitution von Sinn * Was sinnvoll gesagt werden kann ist eingeschränkt durch rekursive Rückgriffe auf vorherige Kommunikation und Aussicht auf spätere. Vgl. […]

2/4b2 Eigenzeitlichkeit von Sprache

* Sprache ermöglicht eine Durchbrechung von Gleichzeitigkeitsprämissen, an die Wahrnehmungsmedien gebunden sind. * Die Abkopplung des rekursiv operierenden Sprachverlaufs von den Zeitsequenzen der Umwelt ermöglicht die Unterscheidung des Kommunikationsprozesses von Ereignissequenzen der Umwelt. Dies ist Bedingung der Möglichkeit des Ausdruckes von Zeitverhältnissen, etwa in einfacher Form von wenn-dann Konditionalisierung. Vgl. Luhmann, Gesellschaft der Gesellschaft, S. […]

2/4b Sprache / Sprechen

* Sprechen ist ein auf Kommunikation spezialisiertes, für diese Funktion ausdifferenziertes und dadurch für Wahrnehmung sehr auffälliges Verhalten. * In sprachlicher Fassung reproduziert Kommunikation doppelte Kontingenz * Sprache ist an Hörsinn gebunden was, anders als Sehen, zeitliche Sequenzierung erzwingt. * Form von Sprechen = Laut/Sinn (inklusive kondensiertem Verweisungszusammenhang) Vgl. Luhmann, Gesellschaft der Gesellschaft, S. 211 […]